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Das erste Jahr

12.-18. Monat: Babyentwicklung

Ihr Baby feiert seinen ersten Geburtstag - herzlichen Glückwunsch. Hiermit lässt Ihr Kind das Babyalter hinter sich und ist nun offiziell ein Kleinkind. Lesen Sie hier was sich sonst noch alles ereignet, zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat Ihres Kleinkindes.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo

Im Zeitraum zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat passiert ungeheuer viel in der Welt Ihres Kindes. Immerhin ist ein halbes Jahr eine sehr lange Zeit für jemanden, der erst ein Jahr auf der Erde ist. Ihr Kind erreicht zwischen dem 12. und 18 Lebensmonat eine Körpergrösse zwischen 74 und 82 cm. Jungen sind durchschnittlich nur rund 2 cm grösser als Mädchen, wobei die angegebenen Masse circa 4 cm nach oben oder unten abweichen können.

Wir zeigen Ihnen, welche neuen Fähigkeiten Ihr Kind lernt. Doch bitte bedenken Sie stets, dass jedes Kind sich anders entwickelt. Ein Kind, das mit 12 Monaten laufen kann, spricht vielleicht mit 18 Monaten weniger als Gleichaltrige. Sollten Sie sich um die Entwicklung Ihres Kindes sorgen, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin.

Etwa ab dem 12. Lebensmonat unternehmen die meisten Kinder ihre ersten Gehversuche. Sie ziehen sich wackelig am Stuhl oder am Schrank hoch und laufen daran entlang, während sie sich festhalten. Auch das Laufen an der Hand will so langsam gelingen und nach ein wenig Übung machen die Kinder bereits die ersten Schritte ohne Festhalten. Ihr Kind kann sich inzwischen alleine aufsetzen, ohne sich festzuhalten und wenn es droht umzukippen, stützt es sich eigenständig ab. Auch kann es nun gezielt nach Gegenständen greifen und es gelingt ihm, einen Gegenstand an einen bestimmten Ort zu postieren. Hierzu wendet es den sogenannten Pinzettengriff an, indem es die Gegenstände zwischen Zeigefinger und Daumen nimmt.

 

TV oder Büchlein?

Ob Sie Ihrem Kind im Alter zwischen einem Jahr und eineinhalb Jahren ein Büchlein vorlesen oder es TV schauen lassen, lässt sich aus medienpädagogischer Sicht so beantworten: Vor einem Alter von drei Jahren ist Fernsehen schauen generell nicht sinnvoll. Ihr Kind ist in dem Alter damit beschäftigt, seine nahe Umgebung zu erforschen. Es nimmt Blick- und Körperkontakt zu seinen Bezugspersonen auf und entdeckt ständig neue Dinge. In diesem Alter begreifen Kinder nur, was sie sehen und anfassen können, also nichts, was in einem Fernsehgerät abläuft. Kleine Büchlein mit Klappen oder verschiedene Materialien zum Fühlen fördern den Tastsinn und die Sinnesempfindungen des Kindes. Gleichzeitig geniesst es Ihre Nähe und Ihre Aufmerksamkeit, wenn Sie das Buch gemeinsam anschauen.

 

Probleme beim Einschlafen und Albträume

In den Phasen in denen Kinder viel Neues lernen, sind sie abends oft aufgekratzt und haben Probleme einzuschlafen. Einschlafrituale helfen Ihrem Kind, zur Ruhe zu kommen und zu verstehen, was Sie von ihm erwarten. Regelmässige Schlafenszeiten und ein allabendliches Einschlafritual bringen Routine in den Alltag und helfen Ihrem Kind sich zu orientieren. Wenn das Ritual ständig geändert wird oder sich die Schlafenszeiten oder gar der Schlafplatz häufig ändern, wird Ihr Kind nervös und verwirrt.

Die Dauer des Einschlafrituals sollte eine halbe Stunde nicht überschreiten. Sorgen Sie für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Das Einschlafritual kann individuell gestaltet werden, ganz wie es Ihnen und Ihrem Kind am besten gefällt. Für Kinder bedeutet das Zubettgehen Trennung. Trennung von Mama und Papa, von den Geschwistern, von seinem Spielzeug. Kein Kind trennt sich gerne von den schönen Dingen, um dann allein in seinem Bett in einem dunklen Zimmer zu liegen. Es fordert von Ihnen als Eltern Disziplin und Ausdauer, Ihrem Kind die Regeln des Zubettgehens nahezubringen. Es zahlt sich jedoch aus, nicht nachzugeben, damit das Schlafengehen auf Dauer für alle Beteiligen entspannter wird.

Wenn Ihr Kind einen aufregenden Tag hinter sich hat, wird es vermutlich seine Erlebnisse im Schlaf verarbeiten. Egal wie viel Mühe Sie sich mit dem Gutenacht-Ritual geben, Sie werden Ihr Kind leider nie vor dem einen oder anderen Albtraum bewahren können. Albträume sind ein Zeichen dafür, dass ein zur Ruhe kommendes Gemüt das Erlebte zu ordnen versucht. Je älter die Kinder werden, desto mehr verlagern sich die Träume in die Morgenstunden. Kleinkinder träumen also früher als Erwachsene. Meist erinnern sie sich nicht an ihre Träume, auch dann nicht, wenn sie durch den Traum aus ihrem Schlaf gerissen werden.

 

Zwei Kinder: Eifersucht oder alles im grünen Bereich?

Im Alter zwischen 12 und 18 Monaten fordern Kinder besonders viel Aufmerksamkeit. Sie lernen ständig neue Dinge und wollen oft mehr als sie können. Gerade beim Laufenlernen beanspruchen die Kleinen ihre Bezugsperson oft für sich ganz alleine. Wenn dann ein zweites Kind im Haus ist, kann dieses sich benachteiligt fühlen. Erklären Sie dem älteren Geschwisterkind, dass das kleine Geschwisterchen im Moment viel Hilfe braucht, weil es die Dinge, die das grosse Kind schon kann, noch lernen muss. Machen sie ihm auch begreiflich, dass Sie genug Liebe für beide Kinder haben und dass es keine Angst haben muss, dass nun nicht mehr genug Liebe für zwei Kinder da ist. Integrieren Sie das grössere Kind in Ihre Arbeiten mit dem Kleinen. Wenn das grosse Geschwisterkind sich gebraucht fühlt, wird es stolz sein, helfen zu können.

 

Typische Kinderkrankheiten im zweiten Lebensjahr 

Unter den vielen Kinderkrankheiten gibt es einige wenige, die speziell ab dem Zeitraum des zweiten Lebensjahres auftreten. In unserer Aufstellung haben wir diese typischen Krankheiten für Sie zusammengestellt. Hierin sind auch die Krankheiten enthalten, gegen die laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation geimpft wird. Diphtherie tritt am häufigsten zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr auf. Dreitagefieber tritt vor allem bei Säuglingen im 2. Lebenshalbjahr und Kleinkindern auf. Pseudokrupp betrifft am häufigsten Kinder, die das Sprechen lernen und dadurch ihre Stimmbänder besonders strapazieren. Windpocken treten am häufigsten zwischen dem 2. und 8. Lebensjahr auf.

 

Ist Ihr Kind bereits getauft?

Während früher die weit verbreitete Ansicht vorherrschte, das Neugeborene dürfe das Haus nicht verlassen, ehe es getauft ist, entscheiden die Eltern heute ganz individuell ob und wann sie ihr Kind taufen lassen. Wenn Ihr Kind bislang noch nicht getauft ist, können Sie mit der Taufe auch warten bis Ihr Kind grösser und verständiger ist. Wann der richtige Zeitpunkt ist, entscheiden Sie ganz alleine.

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