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Erste Hilfe & Notfall

In der Notaufnahme wird jedem geholfen

Der Gang in die Notaufnahme des Kinderspitals ist für Eltern und Kinder mit grossem Stress verbunden. Jeder möchte so schnell wie möglich an die Reihe kommen und Hilfe erfahren. Der Blick in den Alltag einer Notaufnahme macht die Arbeitsabläufe verständlicher.

Warten gehört mit zur Behandlung

Es ist immer dringend. Müssen Sie mit Ihrem Kind die Notaufnahme des Kinderspitals aufsuchen, erwarten Sie schnelle Hilfe im akuten Krankheitsfall. Tatsächlich sind Sie jedoch nicht die einzigen Eltern, dessen Kind sich in Not befindet. Im Kinderspital Zürich liegt die Rekordaufnahmezahl bei 166 Patienten an einem Tag. Ähnlich wie in Zürich sieht es im Kinderspital Bern und im Chispi Basel aus. Die modernen Häuser sind mit bestem medizinischen Equipment und auch personell gut ausgestattet - aber sie können keine Wunder leisten. Das Team um den leitenden Arzt muss sich ständig mit neuen Situationen auseinandersetzen. Es wird aufwändige Diagnostik betrieben, es wird Trost gespendet, es werden kleinere Operationen durchgeführt. Gleichzeitig muss der Kinderarzt und sein Fachpersonal psychologische Feinarbeit leisten - denn in den Augen der Eltern ist ihr Kind immer am dringendsten an der Reihe. Schnell entsteht im Stress von Wartezeit und Sorgen ein Eindruck von Willkür, der Gedanke, übergangen oder nicht Ernst genommen zu werden. Tatsächlich behandelt jedoch jede

 

Notaufnahme ist Multi tasking

Die Gründe für die Fahrt in die Notaufnahme können sehr unterschiedlich sein. Meistens handelt es sich um akut aufgetretene Symptome wie Schmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Hautausschläge. Manchmal kommen Eltern auch wegen chronischer Beschwerden Ihrer Kinder, weil ein Ekzem nicht bessert oder eine Bindehautentzündung nicht schnell genug abklingt. Dann gibt es natürlich Unfälle, bei denen Kinder sich Verstauchungen, Prellungen, Brüche und Schnittwunden zuziehen. Jedem Notfall wird zur Abklärung der weiteren Vorgehensweise eine zeitaufwändige Diagnostik gewidmet. Es werden Lumbalpunktionen durchgeführt, es werden Ultraschall-Untersuchungen gemacht, EKGs geschrieben, es wird geröntgt. Und es wird operiert. Moderne Häuser wie das Kinderspital St. Gallen richten einfache Brüche ambulant - die Kinder müssen keinen mehrtägigen stationären Spitalaufenthalt über sich ergehen lassen. In schwerwiegenderen Fällen jedoch überweist die Notaufnahme den kleinen Patienten an eine Fachstation des Spitals - weil Ihr Kind dort in den besten Händen ist.

Notaufnahme die kleinen Patienten nach einem genau definierten Dringlichkeitsschlüssel.

Triage ist Gerechtigkeit

Das medizinische Prozedere braucht Zeit. Zeit, die nicht für alle Patienten zugleich da sein kann. In der Notaufnahme gilt nicht: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst - sondern: Wem es am schlechtesten geht, der ist zuerst dran. So ein System nennt der Mediziner Triage. Das Gute daran: Keiner wird übergangen. Wenn Sie daran denken, wird es Ihnen besser gelingen, in der Notaufnahme Geduld zu bewahren. Damit helfen Sie auch Ihrem Kind, denn nichts wirkt beruhigender als Besonnenheit. Erklären Sie ihm, dass es hier Hilfe bekommt, ohne von Spital oder Notfall zu sprechen. Vielleicht haben Sie zu Hause an das Lieblingsstofftier oder ein Buch gedacht. Das verkürzt das Warten und schafft Ablenkung. Und noch ein kleiner Trost für ungeduldige Eltern: Wenn Sie mit Ihrem Kind lange warten müssen, gehört es zu den weniger schwerwiegenden Notfällen.

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