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Erste Hilfe & Notfall

Vergiftungen bei Kindern: So dämmen Sie die Gefahr ein und handeln im Notfall

Vergiften sich Kinder im Haushalt oder im Freien, ist für Eltern schnelles Handeln geboten. Sie müssen wissen, welche Massnahmen dem Kind helfen und welche schaden. Ausserdem sollte Ihnen bekannt sein, wo und wie Sie sich kompetente Hilfe holen können

Die verführerischen Flaschen

Kleine Kinder verstehen nicht, dass die hübsche Flasche mit der Zitrone keine Zitronenlimonade enthält, sondern Spülmittel. Kinder lernen durch Ausprobieren und sind in der oralen Phase extrem neugierig. Für Sie als Eltern sollte es selbstverständlich sein, alle giftigen und schädlichen Substanzen ausserhalb der Reichweite Ihres Kindes zu halten. Dennoch sind Vergiftungsunfälle bei Kindern in der Schweiz an der Tagesordnung. Auch mit guter Ordnung und Umsicht dürfen Sie nicht ausschliessen, dass es in Ihrem Haushalt zu einem Giftunfall kommen kann. Aber keine Sorge. Zum einen gibt es die Vergiftungszentrale, zum anderen sind moderne Häuser wie das Kinderspital Bern oder das Chispi Basel für die Versorgung von Giftunfallopfern gut gerüstet.

 

Symptome und Expertenrat

Bekommt Ihr Kind plötzlich Bauchschmerzen? Ist ihm übel, muss es sich übergeben? Treten Schwindel und Müdigkeit auf? Nehmen Sie solche Symptome nicht leicht - denn dahinter kann eine Vergiftung stecken. Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie herauszufinden, was Ihr Kind zu sich genommen hat. Wenn erbrochen wurde, entnehmen Sie eine Probe für den Notarzt. Bei stark ausgeprägter Symptomatik wie Bewusstseinstrübungen sollten Sie sofort den Rettungsdienst alarmieren. In leichteren Fällen hilft ein Anruf bei der Vergiftungszentrale. Die Schweizer Zentrale ist unter der Nummer 145 zu erreichen. Auch der Kinderarzt konsultiert im Notfall die Vergiftungszentrale. Und in 80 % der Fälle kann schon am Telefon Entwarnung gegeben werden.

Keine Laienmedizin

Geben Sie genaue Auskunft. Was wurde konsumiert? Wie viel davon? Wann wurde es konsumiert? Wie verhält sich Ihr Kind? Wie schwer ist Ihr Kind? Die Toxikologen von der Vergiftungszentrale können jede Vergiftungsart identifizieren und die richtigen Massnahmen nennen. Daneben sollten Sie selbst ein wenig über das Verhalten bei Vergiftungen wissen. In den meisten Fällen ist die Gabe von Flüssigkeiten schädlich. Auch der laienhafte Gedanke, das Kind durch Erbrechen von der giftigen Substanz zu befreien, ist falsch. Erbrechen kann zu einer zusätzlichen Schädigung von Speiseröhre oder Lunge führen. Erfahrenes Fachpersonal wie im Kinderspital St. Gallen muss entscheiden, welche Massnahme hilfreich ist. Bei leichteren Giftunfällen ist eine Behandlung im Kinderspital Zürich oder in anderen Spezialkrankenhäusern nicht nötig. Wenn Sie genau wissen, was und wie viel Ihr Kind konsumiert hat und wenn Sie sich mit der Vergiftungszentrale abgesprochen haben, können Sie selbst Hilfe leisten. Ist Spül- oder Waschmittel getrunken worden, helfen zwei Teelöffel Entschäumertropfen, die in jedem elterlichen Arzneischrank stehen sollten. Gegen Hautverätzungen mit Toilettenreiniger oder anderen Chemikalien hilft fliessend lauwarmes Wasser - mindestens eine Viertelstunde lang. Aber die beste Behandlung ist die Vorsorge. Prüfen Sie Ihren Haushalt auf Sicherheit und sprechen Sie mit Ihrem Kind über Gifte in der Natur. Und denken Sie daran: Irgendwann hört dieses gefährliche Alter auch wieder auf.

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