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Familie & Beruf

Vereinbarkeit von Familie & Beruf

Früher waren die Rollen klar verteilt: Frauen kümmerten sich zu Hause um den Nachwuchs, Männer verdienten das Geld. Diese Zeiten gehören jedoch für viele Familien der Vergangenheit an. Wie Sie Beruf und Kind unter einen Hut bekommen, erfahren Sie hier.

In der Schwangerschaft sowie in den ersten Monaten nach der Geburt garantieren das Arbeitsgesetz und die Mutterschaftsverordnung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sobald Mütter ihren Arbeitgeber über das erwartete Kind informieren, steht ihnen ein besonderer Kündigungs- und Arbeitsschutz zu. Unternehmen dürfen Festangestellte nicht entlassen - zudem dürfen sie Schwangere nicht zu gefährlicher Arbeit, zu Nachtarbeit und zu anderen gesundheitsgefährdenden Tätigkeiten verpflichten. Mit einem ärztlichen Attest haben Schwangere zudem Anspruch auf Lohnfortzahlung - Unternehmen können alternativ eine mindestens gleichwertige Taggeldversicherung anbieten. Ab dem Tag der Geburt gewährt der Staat einen 14-wöchigen Mutterschutzurlaub, in denen Mütter 80 % ihres Lohns bis zum Höchsttagessatz von CHF 196 erhalten. Ein Anspruch auf Vaterschaftsurlaub besteht dagegen nicht - Arbeitnehmer sollten ihren Arbeitgeber fragen.

 

Oberste Priorität: Die Kinderbetreuung

Als Eltern sollten Sie sich bereits frühzeitig mit der Kinderbetreuung beschäftigen, sie stellt einen zentralen Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar. Alleinerziehende benötigen dringend eine Kinderbetreuung. Auch auf die meisten berufstätigen Paare trifft das zu: Beide könnten höchstens Teilzeit arbeiten und sich in der Betreuung abwechseln. Dazu brauchen aber beide einen Teilzeitjob mit entsprechenden Lohneinbussen - zudem dürfen sich die Arbeitszeiten nicht überschneiden. Angesichts dieser Schwierigkeiten empfiehlt sich ebenfalls eine alternative Kinderbetreuung. Wichtig: Befassen Sie sich bereits in der Schwangerschaft mit dieser Thematik. Wägen Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen ab und sichern Sie sich bei staatlichen und privaten Angeboten rasch eine Betreuung. Insbesondere an Plätzen in der Krippe mangelt es vielerorts in der Schweiz. Folgende Formen an Kinderbetreuung kommen in Betracht:

- Verwandte: Sie geben Ihr Kind in die Obhut der Eltern, Grosseltern oder anderer Verwandter. Das Kind wächst in vertrauten Verhältnissen auf und es fallen nur geringe Kosten an. Allerdings kann es zu Auseinandersetzungen über Erziehungs- und Betreuungsfragen kommen - zudem fehlt es bei einigen Eltern für diese Familienorganisation an Zeit.

- Krippe: Sie melden Ihr Kind halb- oder ganztags in einer Krippe an. Sie können sich auf eine zuverlässige und meist professionelle Betreuung verlassen. Zugleich knüpft das Kind soziale Kontakte. Für diese Infrastruktur zeichnen sich die Gemeinden verantwortlich - die Tarife unterscheiden sich stark. Meist hängen die Kosten vom Einkommen ab. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde.

- Tagesmütter/Nanny: Tagesmütter beaufsichtigen mehrere Kinder, daher liegen die Kosten vergleichsweise niedrig. Rechnen Sie mit rund CHF 8 in der Stunde. Stellen Sie eine Nanny an, zahlen Sie CHF 25 - 35. Dafür kümmert sich die Nanny bei Ihnen zu Hause exklusiv um Ihren Nachwuchs.

- Au-pair: Sie nehmen eine meist junge Person bei sich auf, stellen kostenfrei Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung und bezahlen Taschengeld. Im Gegenzug kümmert sich diese Person um Ihren Nachwuchs. Dies erfordert genügend Platz in Ihrem Heim - und Vertrauen zu Ihrem Au-Pair.

 

Die berufliche Zukunft planen

Zusätzlich sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber Ihre weitere Tätigkeit bereden. Wollen Mütter direkt nach dem Mutterschaftsurlaub wieder voll arbeiten, ändert sich nichts. Ihr Arbeitsvertrag läuft normal weiter. Wollen Mütter dagegen ihren Stundenumfang reduzieren, müssen sie verhandeln. Weder für Mütter noch für Väter sieht das Arbeitsrecht einen Anspruch auf Teilzeitarbeit vor. Bestenfalls äussern Eltern frühzeitig ihre Wünsche, sodass Unternehmen planen können. Es können sich hierbei auch Jobsharing-Modelle anbieten: Wenn sich Arbeitskollegen mit der gleichen Tätigkeit in derselben Situation befinden, können sich zwei Angestellte künftig einen Arbeitsplatz teilen.

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