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Medizinische Fragen

Die klassischen Kinderkrankheiten

Die klassischen Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern und Röteln treten heute nach wie vor auf. Schon Babys in einem Alter von nur wenigen Monaten können an ihnen erkranken. Deshalb ist es wichtig, die ersten Symptome zu erkennen, um zügig zu handeln.

Die ersten Symptome der Masern

Die Masern gehören zu den klassischen Kinderkrankheiten. Sie werden durch das Masernvirus hervorgerufen und sind hoch ansteckend. Heute erkranken nicht nur Kleinkinder, sondern auch häufig Erwachsene an der Infektionskrankheit. Personen, die jedoch einmal an den Masern erkrankt waren, sind Zeit des Lebens vor einer weiteren Infektion geschützt. Die Erkrankung verläuft in der Regel ohne Komplikationen. Allgemeine Schwäche, Fieber und der typische Hautausschlag sind von den Masern geprägt.

 

Kleine rote Pusteln im Gesicht und am ganzen Körper

Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von 10 bis ca. 14 Tagen. Das bedeutet, dass das betroffene Kind in dieser Zeit unbemerkt andere Kinder und Erwachsene, die noch keine Masernerkrankung durchgemacht haben, anstecken kann. Die Symptome zeigen sich erst dann mit Halsschmerzen und eventuell einem entzündeten Rachenraum. In diesem Stadium wird häufig eine Erkältung vermutet, da auch Fieber und Kopfschmerzen sich anfänglich zeigen. Der kleine, ganz typische Ausschlag, der erst im Gesicht beginnt und sich dann über den ganzen Körper verteilt, tritt nur wenige Tage später ein.

Müttern wird von der STIKO empfohlen, die Masernimpfung mit der MMR-Impfung zwischen dem 11. und 14. Monat durchführen zu lassen. Die zweite Impfung erfolgt frühestens 4 Wochen nach der ersten Impfung und sollte bis zum 23. Lebensmonat wiederholt werden.

 

Wenn sich der Ziegenpeter ankündigt

Mumps ist im Volksmund auch als Tölpel oder Ziegenpeter bekannt. Auch hier handelt es sich um einen ansteckenden Virus, der vorrangig die Speicheldrüsen betrifft. So sehen Kinder während ihrer Erkrankung mit ihren geschwollenen Wangen immer ein wenig leidlich aus. Auch hier gilt: Wer einmal erkrankt, ist lebenslang immun.

Mumps wird sehr leicht durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere wenn kleinere Kinder miteinander spielen und Gegenstände in den Mund genommen werden, stecken sich die Kleinen schnell an. Von Ansteckung bis Ausbruch dauert es in der Regel 3 bis 5, selten bis zu 7 Tage - eine Zeit, in der eine unbewusste Ansteckung anderer möglich ist. Mumps zeigt sich durch plötzlich auftretendes Fieber und angeschwollenes Gesicht seitlich der Ohren. Meist haben die Kinder Schmerzen beim Kauen. In seltenen Fällen kann es neben dem Anschwellen der Ohrspeicheldrüse auch zu Beschwerden der Bauchspeicheldrüse kommen. In diesem Falle zeigen sich zusätzlich Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen und fetthaltiger Durchfall.

 

Kühlende Behandlung des schmerzenden Halses

Wie bei allen Kinderkrankheiten ist der Besuch beim Arzt auch beim Mumps notwendig. Bei Mumps fühlen sich die Kinder oft mit einem Eisbeutel am Hals wohl. Auch ein leckeres Eis hilft manchmal gegen die Halsschmerzen und die Schwellung am Hals. Als Komplikation kann es hier zu einer Hirnhautentzündung kommen. Spätestens dann, wenn das Kind an der Kombination von Kopf- und Nackenschmerzen sowie einer Nackensteifigkeit leidet, ist sofort ein Kinderarzt zu konsultieren. Eine Impfung kann mit der MMR-Kombinationsimpfung - Mumps-Masern-Röteln Impfung erfolgen. Eine einmal durchgemachte Erkrankung von Mumps schützt vor einer weiteren. Daher kann als Alternative auch eine Einzelimpfung durchgeführt werden.

 

Kleine rote Pünktchen auf der Haut - Die Röteln

Auch die Röteln gehören zu den klassischen Kinderkrankheiten, die weltweit verbreitet sind. Ganz charakteristisch haben sie viele kleine rote Flecken auf dem gesamten Körper. Die Kinder sind fiebrig, teilweise kann es auch zu Lymphknotenschwellungen kommen. Die Inkubationszeit beträgt hier 14 bis 21 Tage. Der Betreffende ist hoch ansteckend, durch Tröpfcheninfektion übertragen Kinder die Viren besonders schnell. Der Krankheitsverlauf ist in vielen Fällen sehr leicht, teilweise muss es zu keinem Ausschlag kommen, sodass Eltern manchmal nur ein Unwohlsein und leichte Temperatur feststellen. Schon deshalb ist der Besuch beim Arzt empfohlen.

Schwierig ist die Rötelninfektion, wenn eine schwangere Frau betroffen ist. Hier kann es zur gefürchteten Rötelnembryofetopathie kommen, bei der der Embryo Fehlbildungen erleidet oder es auch im späten Stadium der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt kommen kann. Erkrankt ein Kind an den Röteln, ist Bettruhe angesagt. Meist können nur die Symptome gelindert werden. Das bedeutet eine kühlende Salbe oder angenehme Umschläge auf der Haut.

 

Bläschen am Oberkörper - Die Windpocken kommen

Die Windpocken werden im Volksmund nach wie vor gern Spitzblattern oder Feuchtblattern genannt. Das Vorschulalter ist der Zeitraum, indem Kinder häufig an dem hochansteckenden Virus erkranken. Wer die Windpocken einmal durchlebt hat einen lebenslangen Schutz und benötigt keine Impfung mehr. Beginnend mit Fieber und kleinen, juckenden Bläschen auf der Haut zeigen sich die Windpocken. Die Bläschen sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. Werden sie aufgekratzt, ist die darin befindliche Flüssigkeit hochinfektiös. Daher sollte der Juckreiz mit kühlenden Umschlägen oder Salben gelindert werden, um ein Kratzen möglichst zu vermeiden.

Über die Tröpfcheninfektion werden die Varizellen bzw. Zosterbläschen von Mensch zu Mensch übertragen. Auch in der Luft können sich die Varizella-Zoster-Viren befinden. So erhielten die Windpocken ihren Namen - die Viren fliegen meterweit durch die Luft wie der Wind. Für die Ansteckung ist also ein direkter Körperkontakt nicht zwingend notwendig. Auch hier besteht bei Säuglingen bis zum 3. Lebensmonat ein Nestschutz, sofern die Mutter immun gegen den Virus ist. Danach erhöht sich die Empfindlichkeit gegenüber des Virus allerdings stetig.

 

Mit rotem Rachen zeigt sich Scharlach

Zu guter Letzt gehört Scharlach zu den klassischen Kinderkrankheiten. Sie tritt vor allem zwischen dem 4. und 7. Lebensjahr auf und wird durch Streptokokken ausgelöst. Hier ist insbesondere der Mund- und Rachenraum betroffen. An Scharlach kann ein Mensch mehrfach erkranken. Auch über offene Wunden kann der Erreger übertragen werden. Zwei Krankheitsbilder bestimmen die Symptomatik: Wird der Krankheitskeim über die Haut übertragen, entwickelt sich der Scharlach typische Ausschlag. Mit der Tröpfcheninfektion kommt es zu einer Mandelentzündung.

Auch die Behandlung von Scharlach ist von anderen Kinderkrankheiten abweichend. Hier wird ein Antibiotikum benötigt, das insbesondere Spätfolgen verhindern soll. Doch vorerst fühlt sich das Kind fiebrig an, hat Schüttelfrost und erbricht sich eventuell. Zusätzlich hat sich der Rachen rot verfärbt und entzündet. Ganz typisch sind die Mandeln geschwollen und nach wenigen Tagen treten weisse Beläge auf. Insbesondere bei dem charakteristischen Ausschlag ist der Besuch beim Arzt notwendig, um einerseits eine klare Diagnose abzusichern, andererseits die Behandlung zu beginnen.

 

Für alle Impfungen gilt:

In jedem Falle muss das Kind einige Tage vor und bei der Impfung vollständig gesund sein. Bei Unwohlsein, laufender Nase oder gerade durchgemachter Erkrankung sollte der Impftermin für jegliche Impfungen auf einen späteren Termin verschoben werden.

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