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Medizinische Fragen

Fieber & Temparatur messen

Glasige Augen und eine heisse Stirn - der Anblick eines fiebrigen Kinderkörpers ist für Eltern nur schwer zu ertragen. Dabei ist eine erhöhte Körpertemperatur eine gesunde Reaktion des Organismus.

Fiebermessen an Kleinkindern und Säuglingen

Stellen Sie an Ihrem Kind die genannten Symptome fest, greifen Sie in jedem Fall zum Fieberthermometer. Die zuverlässigsten Ergebnisse erhalten Sie bei einer rektalen Messung. Dazu nehmen Sie Ihrem Liebling erst einmal die Windel ab. Dann heben Sie die Beinchen mit einer Hand so weit an, bis das Gesäss freiliegt. Nun vorsichtig die Spitze des Thermometers in den After einführen. Mit einem Tupfen Vaseline geht es leichter. Auch ein Ohrthermometer eignet sich für die Anwendung an Kleinkindern. Eine sublinguale, sprich eine Messung unter der Zunge ist nicht besonders aussagekräftig. Gleiches gilt für die Achselmessung. Die Werte, die dabei herauskommen, sind zumeist viel niedriger als tatsächlich.

 

Fieber oder nicht?

Warten Sie das Messergebnis ab und achten Sie darauf, dass Ihr Kind möglichst ruhig liegen bleibt. Zeigt das Thermometer eine Temperatur von unter 38 Grad an, handelt es sich lediglich um leicht erhöhte Temperatur. Überprüfen Sie in regelmässigen Abständen, wie sich der Wert entwickelt. Bleibt er niedrig, ist alles in Ordnung und das Kind hat vielleicht nur ein wenig zu viel Sonne erwischt. Ist das Ergebnis höher als 38 Grad, hat Ihr Baby Fieber. Das ist erst einmal nichts, was Sie beunruhigen muss. Der kindliche Körper versucht, sich von einem Infekt zu befreien. Dazu fährt er die eigene Temperatur nach oben, denn Wärme ist für Bakterien und Viren tödlich. Wirkt Ihr Baby auch ein wenig apathisch - in seinem Körper läuft ein effizienter Kampf gegen eine drohende Erkrankung ab. Deshalb ist es normal, dass die Atemfrequenz und der Puls steigen. Das Resultat kann unter anderem rote Bäckchen sein.

 

Achtsamkeit und der Gang zum Kinderarzt

Hat Ihr Kind sich in der Krippe oder beim Spielen mit Freunden einen fiebrigen Infekt eingehandelt, sollten Sie aufmerksam sein. Zumeist sinkt die Temperatur nach ein bis maximal drei Tagen wieder. Führen Sie regelmässige Messungen durch, versuchen Sie aber nicht das Fieber medikamentös zu bekämpfen. Das schwächt den Körper nur. Steigt die Temperatur aber über die 40-Grad-Marke, ist der Weg zum Kinderarzt unabdingbar und auch für Sie gewiss beruhigend. Der Arzt, die Ärztin entscheidet dann, ob ein fiebersenkendes Medikament sinnvoll ist oder nicht.

 

Für Eltern schockierend: Der Fieberkrampf

Wie ein Fieberkrampf entsteht, ist unklar. Fakt ist, dass die Körpertemperatur rasch steigt und Sie als Eltern oft gar nicht mitkriegen, dass Ihr Kind bereits Fieber hat. Die kleinen Patienten verlieren das Bewusstsein und es kommt zu einer tonischen Versteifung. Alle Muskeln fangen an, sich zusammenzuziehen und das Kind ist nicht ansprechbar. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, hat ein Fieberkrampf nichts mit einem epileptischen Anfall zu tun. In Europa erleiden zwischen zwei und fünf Prozent aller Kinder einen Fieberkrampf. Die meisten sind zwischen zwei und vier Jahre alt. Obwohl ein Fieberkrampf selten wiederholt auftritt, verschreiben Ärzte manchmal prophylaktisch ein Medikament mit Diazepam. Den krampflösenden Arzneistoff gibt es in Tablettenform und als Einlauf.

 

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