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Medizinische Fragen

Wiederbelebung bei Baby und Kleinkind

Oft wird durch einen Pseudokrupp bei einem Kleinkind oder Baby eine Atemnot ausgelöst. Wenn Sie im Notfall ein Baby oder Kleinkind reanimieren können, kann das lebensrettend sein. Deswegen ist der Besuch eines Nothilfekurses, wie er beispielsweise vom Samariterbund angeboten wird, unbedingt ratsam. Hier finden Sie Tipps, wie Sie bei Notfällen eine Wiederbelebung von Baby oder Kleinkind durchführen können.

Bei Babys und Kleinkindern sollten Sie die zwei wichtigsten Notfälle - Atemstillstand und Herz-Kreislaufstillstand - unterscheiden, denn diese erfordern unterschiedliche Wiederbelebungsmassnahmen. Neben den Massnahmen zur Wiederbelebung sollten Sie sofort die Notfall Nummer 144 anrufen, damit sich ein Rettungssanitäter auf den Weg zu Ihnen machen kann.

 

Atemstillstand

Wenn das Herz Ihres Babys oder Kleinkindes noch schlägt, dieses aber nicht mehr atmet, muss das Kind sofort beatmet werden. Dabei sollten Sie den Herzschlag ebenfalls regelmässig überprüfen.

 

Herz-Kreislauf-Stillstand

Glücklicherweise kommt es nur sehr selten zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand bei Kindern. Am häufigsten tritt dieser Notfall bei einem Badeunfall auf. Hört nicht nur die Atmung, sondern auch der Herzschlag bei einem Kind auf, muss neben der Beatmung auch eine Herzmassage zur Wiederbelebung durchgeführt werden. Ohne Sauerstoffversorgung kann das kindliche Gehirn bereits nach drei bis fünf Minuten einen bleibenden Schaden davontragen.

 

Beatmung bei Babys und Kleinkindern

Bei Babys und Kleinkindern können Sie Mund und Nase mit Ihrem eigenen Mund bedecken und beatmen diese gleichzeitig. Erst bei grösseren Kindern beatmen Sie nur noch über die Nase oder den Mund, während Sie die andere Öffnung zuhalten. Damit die Atemwege nicht durch die Zunge blockiert werden, müssen Sie den Kopf des Kindes nach hinten überstrecken. Sie öffnen Ihren Mund weit, lassen Ihre Lippen locker und legen diese um Nase und Mund des Kleinkindes. Mit nur wenig Anstrengung blasen Sie dann Luft in den kleinen Körper und beobachten den Brustkorb: Hebt und senkt sich dieser, machen Sie alles richtig. Die Lunge eines Babys fasst etwa ein Schnapsglas Luft, bei Schulkindern ist es etwa ein halber Liter, während das Lungenvolumen eines Erwachsenen einen Liter beträgt.

 

Herzmassage bei Babys und Kleinkindern

Legen Sie das Baby oder Kleinkind zur Wiederbelebung auf einen Tisch oder ähnlich harten Untergrund, wie den Fussboden. Direkt unter dem Brustbein sitzt das Herz, deswegen muss dort der Druck bei der Herzmassage ausgeübt werden. Weil Babys und Kleinkinder noch elastische Knochen haben, ist das Risiko eines Knochenbruches bei diesen sehr gering. Ungefähr ein Drittel sollten Sie bei der Herzmassage den Brustkorb eindrücken.

 

Wo ist der richtige Druckpunkt?

Den richtigen Druckpunkt finden Sie bei Babys und Kleinkindern in der Mitte vom Brustbein, etwas unterhalb der Brustwarzen. Hier brauchen Sie nur zwei Finger für die richtige Herzmassage einzusetzen. Die Druckmassage und die Beatmung müssen Sie im Wechsel ausführen: Auf zwei Beatmungen sollten Sie 30 Druckstösse der Herzdruckmassage ausführen. Sie sollten schneller drücken, wenn das Kind noch kleiner ist. Wenn Sie die Druckstösse dabei laut zählen, dann hilft Ihnen das und Sie bleiben im Takt. Ausserdem beruhigt es Sie ein wenig. Wenn das Kind nicht durch die Beatmung und die Herzdruckmassage zu Bewusstsein kommt, dann müssen Sie die Massnahmen zur Wiederbelebung so lange fortführen, bis der Rettungssanitäter eintrifft.

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