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Schwangerschaft

Übelkeit und Wassereinlagen in der Schwangerschaft Gehört morgendliche Übelkeit zu einer Schwangerschaft dazu?

Aufgrund der grossen körperlichen Umstellung sind viele Beschwerden in der Schwangerschaft normal. Übelkeit, Wassereinlagerungen und auch Schwindel zählen zu den typischen Anzeichen einer Schwangerschaft. Doch bei manchen Problemen sollten Sie hellhörig werden und lieber einen Arzt aufsuchen, da es sich um eine gravierende schwangerschaftsbedingte Erkrankung handeln kann.

Übelkeit: Schwangerschaft kündigt sich häufig durch morgendliches Erbrechen an

Die klischeehafte Schwangere erbricht sich allmorgendlich, kaum, dass sie aufgestanden ist. Dieses Anzeichen gilt als eines der sichersten Symptome einer frühen Schwangerschaft - tritt aber, entgegen des Klischees, nur bei etwas über der Hälfte aller Schwangeren auf. Ein kleiner Prozentsatz von ihnen leidet unter extremer Schwangerschaftsübelkeit, der sogenannten Hyperemesis gravidarum. Betroffene Frauen können kaum etwas bei sich behalten, oft nicht einmal Wasser. Diese Form der Übelkeit in der Schwangerschaft bleibt meist über einen Zeitraum von mehreren Monaten bestehen, endet aber schlagartig mit der Geburt des Kindes. Das Symptom ist behandlungsbedürftig, um die Nährstoffversorgung von Mutter und Kind nicht zu gefährden. In den meisten Fällen wird die Schwangere ambulant im Krankenhaus behandelt und erhält per Tropf Infusionen mit flüssiger Nahrung und Wasser.

 

Ursache der Übelkeit unbekannt

Warum so vielen Frauen in der Schwangerschaft übel wird, darüber spekuliert die Wissenschaft noch heute. Vermutet wird ein Zusammenhang mit dem Schwangerschaftshormon HCG, auf dessen rasanten Anstieg gerade in der frühen Schwangerschaftsphase der Körper mit Übelkeit reagiert. Ab dem Ende des dritten Monats fällt der HCG-Wert im Blut wieder ab - und die Schwangerschaftsübelkeit legt sich wieder. Übrigens zeigen die meisten Heimschwangerschaftstests ab dem vierten Monat ein - natürlich falsches - negatives Ergebnis an, einfach, weil der Wert des Schwangerschaftshormons unter die nachweisbare Grenze gerutscht ist.

 

Wassereinlagerungen: Schwangerschaft mit dicken Armen und Beinen

Ebenfalls typische Schwangerschaftsbeschwerden sind die Wassereinlagerungen, die vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft bei vielen Frauen auftreten. Vor allem die Finger, aber auch die Beine und Füsse schwellen mitunter sehr stark an. Die Einlagerungen entstehen, weil das Baby im Mutterleib auf den Beckenboden und die dort verlaufenden Blutgefässe drückt, wodurch das Blut am Fliessen gehindert wird. In der Folge können die Flüssigkeiten vor allem aus den Beinen nicht mehr abtransportiert werden und stauen sich. Doch keine Angst: Nach der Geburt wird sich alles normalisieren und Sie werden auch Ihren Ehering wieder tragen können. Bis dahin können Stützstrümpfe Abhilfe und Linderung verschaffen.

 

Starke Wassereinlagerungen können Anzeichen einer Gestose sein

Doch Wassereinlagerungen sind nicht immer harmlos, manchmal können besonders starke Ödeme auch auf eine beginnende Schwangerschaftsvergiftung hinweisen. In einem solchen Fall sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, da diese Erkrankung potenziell sowohl für Ihr Baby als auch für Sie tödlich verlaufen kann. Etwa 5 bis 10 Prozent aller Schwangeren entwickeln eine Gestose, wobei es sich nicht um eine klassische Vergiftung handelt, sondern vermutlich um eine Stoffwechselstörung. Weitere Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung sind ein hoher Blutdruck, meist verbunden mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühl, sowie der Nachweis von Eiweissausscheidungen im Urin. Bei einer diagnostizierten Gestose hilft nur viel Ruhe - und in schwerwiegenden Fällen das frühzeitige Holen des Kindes per Kaiserschnitt. Eine eiweissreiche Ernährung in der Schwangerschaft kann helfen, der Erkrankung vorzubeugen.

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