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Stillen

Milch abpumpen: So klappt es

Es gibt viele Gründe, weshalb Mütter Milch abpumpen müssen oder wollen. Sei es, weil das Frühgeborene noch zu schwach ist, um selbst an der Brust zu trinken oder weil sie früh wieder arbeiten gehen. Das Abpumpen verschafft zudem mehr Freiheit, weil dadurch auch Angehörige oder ein Babysitter die Versorgung des Kindes übernehmen können.

Keine Angst vor der Saugverwirrung

Manche Hebammen machen Müttern auch heute noch ein schlechtes Gewissen, indem sie eine mögliche Saugverwirrung in Aussicht stellen, wenn der gestillte Säugling aus der Flasche trinken soll. Angeblich würden Kinder dann nicht mehr an der Brust trinken wollen, da es aus der Flasche ja sehr viel leichter sei. Nun, wie die Erfahrung gezeigt hat, ist der Mythos Saugverwirrung ein Märchen. Schliesslich nehmen auch viele gestillte Kinder gern einen Nuggi - und trinken trotzdem an der Brust. Zudem gibt es heute moderne Babyflaschen, deren Sauger wie Brustwarzen geformt sind und somit das Saugen aus der Brust imitieren. Übrigens mögen Stillkinder erfahrungsgemäss lieber Silikon- statt Kautschuksauger. Diese sind weicher und fühlen sich mehr nach Haut an als ein herkömmlicher Gummisauger.

 

Die optimale Milchpumpe

Zum Abpumpen der Milch benötigen Sie natürlich eine Milchpumpe. Wollen Sie nur gelegentlich abpumpen, so genügt eine Handpumpe. Wer jedoch regelmässig pumpt, ist mit einer elektrischen besser beraten. Das Abpumpen per Hand kann sehr mühsam werden, zudem sind elektrische Pumpen aufgrund ihrer höheren Saugkraft einfach effektiver. Achten Sie bei der Anwendung darauf, dass die verwendeten Utensilien gereinigt sind. Starten Sie mit einem Intervall-Pumpen, das heisst, pumpen Sie jede Brustseite etwa 10 Minuten lang ab und verändern dabei die Saugstärke. Schliesslich trinkt auch ihr Baby nicht gleichmässig stark. Die abgepumpte Milch bewahren Sie am besten in einem Muttermilchbeutel auf, der mit dem Datum der Entnahme beschriftet und entweder in den Gefrierschrank oder in die Kühlung gelegt wird. Muttermilch ist im Kühlschrank etwa 24 Stunden haltbar, eingefroren im Gefrierschrank bis zu drei Monate.

 

Die richtige Brustpflege

Um den Milchspendereflex auszulösen und den Milchfluss anzuregen, ist die richtige Brustpflege von grosser Wichtigkeit. Wärmen Sie Ihre Brust vor dem Abpumpen mit einem erwärmten Kirschkernkissen oder mit einem warmen Wasserstrahl in der Dusche, denn Wärme fördert den Milchfluss. Pflegen Sie die Brustwarzen regelmässig mit einer guten Brustsalbe, die Lanolin enthält, damit diese geschmeidig bleiben und nicht etwa aufgrund der erhöhten Beanspruchung rissig werden und sich entzünden. Tragen Sie zudem - auch nachts - einen guten, unterstützenden Still-BH, möglichst ohne Bügel, den Sie mit Stilleinlagen auslegen. Diese saugen austretende Milch auf und sollten häufig gewechselt werden.

 

So bringen Sie die Milch zum Fliessen

Normalerweise bringt allein der Anblick Ihres Babys die Milch zum Fliessen, auch die Babygeräusche lösen den Milchspendereflex aus. Damit der Milchfluss auch beim Stillen in Gang kommt, schauen Sie am besten Ihr Baby an - oder zumindest ein Foto Ihres Kindes. Zudem sollten Sie nicht direkt nach dem Stillen abpumpen, sondern einige Zeit vergehen lassen. Bedenken Sie auch, dass häufiges Abpumpen die Milchproduktion erhöht, weshalb Sie lediglich alle drei bis vier Stunden abpumpen und dann die Brüste nur teilweise, aber nicht gänzlich entleeren sollten.

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