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Stillen

Wie lange stillen ist normal?

Jede Mutter möchte für ihr Baby nur das Allerbeste. Eine Schwangerschaft wirft viele Fragen auf - so auch, ob Sie Ihr Baby stillen möchten oder nicht. Und wenn ja, was müssen Sie darüber wissen? Wir sagen Ihnen, welche Vorteile das Stillen mit sich bringt.

Obwohl die Natur alles hervorragend eingerichtet hat, sind werdende Mütter unsicher - erst recht, wenn sie ihr erstes Kind erwarten. Stillen gilt als die beste Ernährung für Neugeborene. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt allen Müttern, sechs Monate voll zu stillen und anschliessend peu à peu feste Nahrung zuzufüttern.

Die Frage, ob sie ihr Baby stillen möchten, stellen sich alle Mütter während der Schwangerschaft - spätestens dann, wenn die erste Milch bereits Wochen vor der Geburt aus der Brust austritt. Der Körper bildet die sogenannte Vormilch, das Colostrum. Die Vormilch unterscheidet sich optisch von der eigentlichen Muttermilch. Sie ist dickflüssig und aufgrund des hohen Carotinoiden-Gehalts leicht gelblich verfärbt.

 

Colostrum - ein wahrer Alleskönner

Meist schiesst die Vormilch bereits während der Schwangerschaft in die Brust ein. Sie ist ein wahrer Alleskönner und soll das Baby nach der Geburt mit allem versorgen, was es braucht. Die meisten Babys lassen das natürliche Bedürfnis beobachten, automatisch beim ersten Anlegen nach der Brustwarze der Mama zu suchen. Die Vormilch sollte dem Säugling möglichst unmittelbar nach der Geburt angeboten werden. Sie enthält viele Immunstoffe und stärkt die Abwehr des Babys. Mit ihr nimmt das Baby Antikörper zu sich, die sich in der Darmschleimhaut ansiedeln und helfen, Krankheitserreger abzuwehren. Das Colostrum ist quasi die erste Schutzimpfung des Neugeborenen.

Die Vormilch übernimmt jedoch noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie wirkt abführend und unterstützt das Baby bei seinem ersten Stuhlgang - so kann das Kindspech leichter ausgeschieden werden. Darüber hinaus reduziert die Gabe des Colostrums das Risiko der Neugeborenengelbsucht, da sich die Krankheitserreger gemeinhin im Darm ansiedeln.

 

Welche Vorteile hat das Stillen für das Neugeborene?

Grundsätzlich gilt Muttermilch als optimale Ernährung für Neugeborene. Die Milchmenge und ihre Zusammensetzung passen sich immer wieder optimal an die Bedürfnisse des Babys an. Gestillte Kinder werden ideal vor Krankheitserregern geschützt und mit allen wichtigen Vitaminen versorgt. Gleichzeitig wird das Risiko der Übertragung gefährlicher Keime reduziert, da die Muttermilch - ohne mit der Aussenwelt in Verbindung zu treten - direkt vom Kind aufgenommen wird.

Das Saugen an der Brust wirkt sich optimal auf die Kieferentwicklung des Stillkindes aus. Gestillte Kinder leiden wesentlich seltener an Zahnfehlstellungen.

 

Welche Vorteile hat das Stillen für die Mutter?

Stillen bringt auch für die Mutter viele Vorteile mit sich. Neben der Gewissheit, Ihr Baby immer optimal zu versorgen, ist das Stillen praktisch und ohne Vorbereitungen zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich. Muttermilch steht immer in ausreichender Menge und in der richtigen Trinktemperatur zur Verfügung - und sie ist kostenlos. Sollte die Milchmenge bei Ihnen aus gewissen Gründen nicht ausreichen, heisst das nicht, dass Sie nicht stillen können. Sie können die Muttermilch jederzeit mit Anfangsmilch ergänzen. Hierzu sollten Sie sich jedoch unbedingt vorher mit Ihrer Hebamme absprechen. In den meisten Fällen kann die Milchmenge durch häufigeres Anlegen innerhalb weniger Tage wieder dem gestiegenen Bedarf des Säuglings angepasst werden.

Ein weiterer unbezahlbarer Vorteil des Stillens ist das innige Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Baby. Das Baby kann Ihren unverwechselbaren Geruch und die Wärme Ihrer Haut aufnehmen und hört Ihren Herzschlag und Ihre Stimme. Der körperliche Kontakt zu Ihrem Baby während des Stillens ist eine ausgesprochen entspannte und intime Zeit, die das Kennenlernen und die Mutter-Kind-Bindung sehr positiv beeinflusst.

Auch körperlich wirkt sich das Stillen positiv aus: Durch den Stillvorgang wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches bewirkt, dass die Gebärmutter sich zusammenzieht. Hierdurch wird sowohl die Rückbildung der Gebärmutter als auch die Wundheilung beschleunigt.

 

 

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