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Testberichte

Babyschalen 2014: Gewinner und Verlierer des grossen TCS-Tests

Sicherheit ist eine der wichtigsten Anforderungen an eine Autoschale für Babys. Auch Bedienung, Ergonomie und Schadstoffbelastung sind von grosser Relevanz. Was taugen die unterschiedlichen Modelle wirklich? Der TCS Testbericht 2014 zeigt: Es gibt viele gute Kindersitze. Manchen Babyschalen kann jedoch keine Empfehlung ausgesprochen werden

Auf diese Bewertungskriterien kam es an:

 

Ob Porsche Carrera oder VW Golf - die Autosicherheit für Kinder ist von zentraler Bedeutung. Um einen möglichst hohen Schutz für den Nachwuchs zu gewährleisten, wurden konkrete Vorschriften ins Leben gerufen. Hierzu zählt auch die von der UN verabschiedete, in der Schweiz seit Anfang 2014 geltende Norm ECE-R129. Sie legt fest, dass Kindersitze ihre Zulassung nur noch dann erhalten, wenn sie auch einen Seitenaufpralltest bestehen. Darüber hinaus verlangt die Richtlinie den rückwärts gerichteten Transport von Kindern, die jünger als 15 Monate sind.

 

Diese Bedingungen erfüllt jede der vom Touring Club Schweiz (TCS) getesteten Babyschalen der Grösse 0. Sie wurden in einen Fiat Cinquecento (3-Türer), einen VW Golf (5-Türer) und einen Ford Galaxy (Van) eingebaut und hier auf ihre Handlichkeit, ihren Komfort und ihren Platzbedarf hin untersucht. Ebenso erfolgten statische Prüfungen. Die auf den Körper wirkende Belastung bei einem Front- und Seitencrash wurde anhand des jeweils grössten und kleinsten zulässigen Dummys ermittelt. Dazu waren die Autoschalen auf einem Prüfschlitten mit aufgebauter VW-Golf-Karosserie montiert.

 

Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen vier bewährte Kriterien: Sicherheit, Bedienung/Ergonomie, Schadstoffgehalt und Reinigung/Verarbeitung. Im Hinblick auf die Sicherheit des Kindersitzes wurde nicht nur die Schutzwirkung getestet, sondern auch die Standfestigkeit auf dem Rücksitz und der Verlauf des Gurtes. Bei der Bedienung ging es vor allem um den Ein- und Ausbau des Babysitzes und die Handlichkeit beim Anschnallen. Die Lesbarkeit und Verständlichkeit der beiliegenden Bedienungsanleitung floss ebenso in die Bewertung ein wie mögliche Fehlerquellen, der Komfort des Nachwuchses und der Platzbedarf der jeweiligen Autoschale. Bewertet wurde zudem der Umfang erhältlichen Zubehörs, die Verarbeitung und der Wechsel des Bezuges. Im Rahmen der Schadstoffprüfung wurden alle Teile, die das Kind berührt, auf schädliche Stoffe wie Phthalate und Schwermetalle hin untersucht. Bei der Empfehlung des TCS handelt es sich um die jeweils schlechtere Note der Prüfungskriterien "Bedienung" oder "Sicherheit". Ein hoher Schadstoffgehalt kann sich negativ auf die Beurteilung auswirken.

Zusammenfassung der Resultate

 

Die Bestnote vergibt der TCS nur ein einziges Mal: Der Carrera unter den Babysitzen ist der Recaro Privia mit Recaro Fix. Er erhält alle fünf Sterne und wird damit als hervorragende Autoschale ausgezeichnet. Diese kann auf ganzer Linie überzeugen und ist selbst ohne Isofix-Basis mit vier Sternen noch sehr empfehlenswert. Vier Sterne erhielten auch der Concord Airsafe, der Cybex Aton Q, der HTS Besafe iZi Go X1, der Kiddy Evolution Pro 2 und der Maxi-Cosi Pebble (jeweils mit und ohne entsprechende Basis). Preislich bewegen sich diese Modelle auf gehobenem Niveau - die Anschaffung kostet zwischen 400 und 600 CHF. Deutlich billiger ist die Autoschale Nania BeOne SP. Sie gilt ebenfalls als sehr empfehlenswert und ist bereits für rund 100 Franken zu haben.

Weniger gute Ergebnisse erzielten der Jané Matrix Light und der ABC Design Risus. Ohne Basis holten beide Schalen immerhin drei Sterne - in Kombination mit der Matrix Platform und der Risus Base aber reicht es gerade noch für zwei beziehungsweise einen Stern. Im Hinblick auf die Sicherheit versagt das günstige Modell von ABC Design auf ganzer Linie: Mit hohen Belastungswerten beim Front- und Seitenaufprall kann der Babysitz keinen einzigen Prozentpunkt gewinnen. Bei dem Jané Matrix Light mit Matrix Platform führt der aufwendige Einbau des Kindersitzes zur Abwertung.

In der Groesse 0/1, die von der Geburt bis zu einem Gewicht von 18 Kilo einsetzbare Kindersitze umfasst, liegen der Maxi-Cosi 2way Pearl mit 2way Fix i-Size, der Concord Ultimax.2 und der Römer Max-Fix 2 mit jeweils vier Sternen gleichauf. Der aus dem gleichen Hause stammende Dual-Fix konnte weniger überzeugen: Er ist sehr schwer und zeigte mittlere Belastungswerte im Seitencrash. Darüber hinaus lassen sich Neugeborene nicht sicher anschnallen.

 

Die besten Babyschalen im Test

TCS Testsieger in der Grösse 0 ist der Recaro Privia mit Recaro fix: Die Babyschale bietet einen hervorragenden Schutz beim Front- und Seitenaufprall, steht stabil auf dem Rücksitz und zeichnet sich durch einen guten Gurtverlauf aus. Dank der leicht verständlichen Anleitung und dem einfachen Aufbau des Sitzes ist eine Fehlbedienung sehr unwahrscheinlich. Positiv fällt die bequem gepolsterte und gut verarbeitete Autoschale auch durch das gute Platzangebot und die geringe Belastung mit Schadstoffen auf. Das Kind hat eine gute Sicht nach aussen. Der Bezug lässt sich leicht entfernen und kann in der Maschine gewaschen werden. Ohne Isofix-Basis ist der Babysitz jedoch auf einen langen Gurt angewiesen. Im Test erreicht Recaros Privia je 90 Prozent bei Sicherheit und Schadstoffbelastung sowie 80 Prozent bei Bedienung/Ergonomie. Ein hervorragendes Ergebnis!

 

Der Concord Airsafe mit Airfix punktet mit einem sehr geringen Verletzungsrisiko beim Frontal- und einem geringen Verletzungsrisiko beim Seitenaufprall. Er lässt sich einfach einbauen, stabil befestigen und leicht bedienen. Weiterhin überzeugt die 3,1 Kilogramm leichte Babyschale mit einer guten Beinauflage, einer bequemen Polsterung und einer guten Sicht für das Kind. Gurtverlauf und Schadstoffbelastung sind ebenfalls nicht zu bemängeln. Die Entfernung des Bezugs ist allerdings etwas kniffelig. Der Concord Airsafe erreicht 82 Prozent bei Sicherheit, 78 Prozent bei Bedienung/Ergonomie und 88 Prozent bei der Schadstoffprüfung. Sehr empfehlenswert.

 

Eine gute Anschaffung ist auch der Cybex Aton Q mit Aton Q Base-fix. Die Verletzungsgefahr ist für das Kind im Falle eines Frontcrashs gering. Noch sicherer ist der Nachwuchs beim Seitenaufprall. Der Einbau des Sitzes und das Anschnallen des Kindes gestalten sich sehr einfach. Gut wurde der Autositz zudem im Hinblick auf den Verlauf des Gurtes, die Polsterung und die Sicht des Kindes nach aussen bewertet. Beinauflage und Schadstoffbelastung sind sehr gut. Positive Merkmale sind zudem die günstige Sitzposition und der stabile Stand im Fahrzeug. Die hochwertige Babyschale erfüllt die Anforderungen an die Sicherheit zu 84 Prozent, an die Bedienung zu 76 Prozent und an die Schadstoffbelastung zu 88 Prozent. Ebenfalls sehr empfehlenswert.

Der Maxi-Cosi Pebble mit 2way Fix weist wiederum geringe Belastungswerte beim Seitenaufprall und sehr geringe Belastungswerte bei einem Frontalcrash auf. Ebenso wie die bereits genannten Modelle der Konkurrenz kann die 4,3 Kilogramm schwere Babyschale wackelfrei mit dem Fahrzeug verbunden werden und lässt Fehlbedienungen kaum zu. Nicht nur der Einbau, sondern auch das Anschnallen des Kindes geht schnell und einfach von der Hand. Sowohl Bedienungsanleitung als auch Warnhinweise sind leicht verständlich. Beinauflage, Polsterung und Sicht nach aussen sind jeweils gut. Negativ fällt lediglich der grosse Platzbedarf auf. Mit 76 Prozent bei Sicherheit, 80 Prozent bei Bedienung und 88 Prozent bei der Schadstoffprüfung reicht es für vier von fünf Sternen - sehr empfehlenswert.

 

Gleiches gilt für den HTS Besafe iZi Go X1, den Kiddy Evolution Pro 2 mit Isofix-Base 2 und den Nania BeOne SP. Sie lassen sich stabil mit der Karosserie verbinden und überzeugen mit einem guten Gurtverlauf. Eine Fehlbedienung ist bei allen drei Sitzen nicht wahrscheinlich. Hierzu tragen sicher auch die leicht verständlichen Bedienungsanleitungen und die einfache Handhabung bei. Ein mindestens gutes Ergebnis erreichen die Babyschalen auch im Hinblick auf die Beinauflage und die Sicht des Kindes. In puncto Sicherheit und Polsterung scheiden sich jedoch die Geister: Mit sehr guten Werten haben HTS und Kiddy die Nase vorn. Abstriche müssen hingegen beim Nania gemacht werden. So ist die Polsterung recht dünn - und beim Seitenaufprall besteht ein durchschnittliches Verletzungsrisiko. Während Besafe iZi Go X1 und Kiddy Evolution 2 auch in der Schadstoffprüfung überzeugen, weist der BeOne SP zudem leicht erhöhte Werte auf.

In der Groesse 0/1 bis 18 Kilogramm fahren gleich drei der vier getesteten Kindersitze eine sehr gute Bewertung ein: Der Maxi-Cosi 2way Pearl mit 2way Fix i-Size, der Römer Max-Fix 2 und der Concord Ultimax.2 überzeugen mit geringen bis sehr geringen Belastungswerten im Frontcrash, einem guten Verlauf des Gurtes und einem stabilen Stand. Fehlbedienungen sind sehr unwahrscheinlich. Zu einem positiven Ergebnis kommen die Tester des TCS auch im Rahmen der Untersuchung von Polsterung, Schadstoffbelastung und Sitzeinbau. Bei einem Seitenaufprall zeigen allerdings alle drei Modelle leichte Schwächen. Negativ fallen beim Maxi-Cosi die unbequeme Beinauflage und das aufwendige Anschnallen, beim Römer das Gewicht des Sitzes und die beeinträchtigte Sicht des Kindes auf. Diese Schwächen teilt auch der Concord.

Diese Modelle konnten nicht überzeugen

 

Die Verlierer des vom TCS durchgeführten Tests sind der Jané Matrix Light mit Matrix Platform, der ABC Design Risus mit Risus Isofix Base und der zur Groesse 0/1 zählende Römer Dual-Fix. Jané und Römer können mit sehr geringen und geringen Belastungswerten im Frontcrash überzeugen, beide Sitze erzielen beim Seitenaufprall jedoch ein lediglich durchschnittliches Ergebnis. Die Babyschale von ABC Design fällt mit Pauken und Trompeten durch den Test: Sowohl im Front- als auch im Seitencrash ist das Verletzungsrisiko des Kindes hoch! Auch der Verlauf des Gurtes ist zu bemängeln. Darüber hinaus lassen sich weitere Schwächen verzeichnen: Die Babyschale von Jané ist sehr hart gepolstert und kann nur unter hohem Aufwand eingebaut werden; der Kindersitz von Römer erschwert das Anschnallen, hat eine unkomfortable Beinauflage und eine ungünstige Sitzposition. Auch die Sicht des Kindes nach aussen ist beeinträchtigt. Neugeborene können im Dual-fix darüber hinaus nicht sicher angeschnallt werden. Alle drei Modelle können jedoch fest im Fahrzeug montiert werden, zeichnen sich durch eine sehr geringe Schadstoffbelastung aus und sind mit leicht verständlichen Bedienungsanleitungen ausgestattet.

 

Hier noch die LINK-Sammlung

http://www.tcs.ch/de/der-club/media/presse/medienmitteilungen/2014/kindersitze-l-2014.php

http://www.tcs.ch/de/auto-mobilitaet/ratgeber/products/auto-kindersitze.php

http://www.adac.de/infotestrat/tests/kindersicherung/kindersitz-test/

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