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Testberichte

Tipps für den Kauf von Kindersitzen - Testergebnisse

Kindersitze gehören zum wichtigsten Ausstattungszubehör für junge Familien. Damit der Nachwuchs sich während der Autofahrt nicht nur wohlfühlt, sondern auch sicher sitzt, sollten Sie das Modell sorgfältig auswählen. Die Ergebnisse von diversen Untersuchungen leisten eine wertvolle Hilfestellung beim Kauf der Kindersitze

Wenn Sie einen Kindersitz anschaffen möchten, sollten Sie die angebotenen Modelle sorgfältig miteinander vergleichen. Auf dem Markt finden Sie neben Kindersitzen von Recaro, Concord und Römer auch den klassischen Maxi-Cosi oder diverse Modelle von Stokke. Um eine erste Wahl treffen zu können, bieten Testberichte von Kassensturz oder TCS Informationen zur Sicherheit und Handhabung der Modelle.

 

TCS - Prüfkriterien

Beim TCS-Test für Kindersitze berücksichtigte das Prüfinstitut insgesamt vier unterschiedliche Prüfkriterien; das Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Sicherheit des Sitzes gelegt. Aber auch Aspekte wie Bedienung/Ergonomie, Schadstoffbelastung und Reinigung waren bei der Untersuchung wichtig.

Um die Sicherheit eines Kindersitzes gewährleisten zu können, mussten die einzelnen Modelle auch bei einem Frontal- und Seitenaufprall (64 km/h resp. 50 km/h) noch genügend Schutz bieten. Die Tester führten diese Prüfung mithilfe einer Videoanalyse und mittels Beschleunigungssensoren durch. Zu der Sicherheitsüberprüfung gehörte auch die subjektive Beurteilung der Standfestigkeit des Sitzes sowie des Kinderhaltegurtverlaufs mit Grössenanpassung.

 

Hinsichtlich der Bedienung und der Ergonomie testete das Prüfinstitut vor allem die Handlichkeit und das Fehlerpotenzial beim Anschnallen des Kindes sowie beim Ein- und Ausbau des Modells. Auch das Platzangebot und der allgemeine Komfort spielten bei diesem Test eine Rolle. Nicht zuletzt war auch die Verständlichkeit und Lesbarkeit der Bedienungsanleitung bedeutsam.

Der Schadstoffgehalt stellt grundsätzlich ein immer wichtiger werdendes Kriterium bei Produktuntersuchungen dar; aus diesem Grund finden Sie diesen Aspekt auch bei der Überprüfung von Kindersitzen. Dabei überprüfte das Labor alle Teile der Sitze, die mit dem Kind in Berührung kommen konnten, auf den Gehalt von Schadstoffen wie Phthalat, PAK's, Flammschutzmitteln, Azofarbstoffen, Formaldehyd und Schwermetallen. Diese Analyse wurde durch die Stiftung Warentest in Auftrag gegeben und erfolgte gemäss der "Spielzeugrichtlinie" und dem Öko-Tex Standard 100.

Zum Schluss testete das Prüfinstitut auch die Verarbeitung des Kindersitzes sowie den Wechsel der Sitzbezüge und deren Reinigung. Die Untersuchungen berücksichtigen dabei jede Gewichtsklasse und auch ganz unterschiedliche Modelle, von Babyschalen für Neugeborene bis hin zum Autositz von Stokke. Die Bewertung erfolgte mithilfe von Sternen nach folgender Skala:

  1. ***** hervorragend
  2. **** sehr empfehlenswert
  3. *** empfehlenswert
  4. ** bedingt empfehlenswert
  5. * nicht empfehlenswert [1]

  

 

 

TCS-Testsieger - Ergebnisse im mittleren und hohen Preissegment

  • Insbesondere im mittleren und höheren Preissegment konnten zahlreiche Kindersitz-Modelle überzeugen. Als Testsieger mit dem Gesamtergebnis "hervorragend" gingen die Sitze Recaro Privia und Recaro fix hervor, die in allen Testkategorien sehr gute Resultate erzielten. Kein anderes Modell erreichte bei der Untersuchung die Bestnote; gleichzeitig gehören diese Sitze zu den teuersten Modellen.
  • Es sind jedoch auch hochwertige Sitze für Neugeborene und Kleinkinder zu bekommen, die der mittleren Preiskategorie zuzuordnen sind. Zu den besonders günstigen Modellen bis 13 kg Körpergewicht gehören der Concord Airsafe sowie der Cybex Aton Q und der HTS Besafe iZi Go X1, die nur etwa halb so viel kosten wie der TCS Testsieger. Der teuerste Kindersitz (Maxi-Cosi 2way Pearl & 2way Fix erhielt ebenfalls die Bewertung "sehr empfehlenswert". Keines der genannten Modelle reichte allerdings hinsichtlich der Sicherheit und der Bedienung/Ergonomie an die beiden Siegerprodukte heran. Das günstigste Modell dieser Untersuchung, der ABC Design Risus Sitz, wurde trotz Punktabzügen in den Bereichen Sicherheit und Ergonomie insgesamt noch mit drei Sternen bewertet. Aus diesen Modellen können Sie also mit gutem Gewissen Ihren persönlichen Favoriten auswählen. Bei den Sitzen Jané Matrix Light, Matrix Platform sowie dem ABC Design Risus und Risus Isofix Base sollten Sie hingegen von einem Kauf absehen; während die beiden erstgenannten Kindersitze gerade noch mit "bedingt empfehlenswert" bewertet wurden, fiel das ABC Modell bei der Sicherheitsprüfung glatt durch und erreichte insgesamt 0 Punkte.
  • Bei den Kindersitzen bis 18 bzw. 36 kg bildete der Römer Dual-Fix das Schlusslicht, der ebenfalls grosse Defizite im Bereich Sicherheit aufwies, jedoch noch mit insgesamt zwei Sternen ausgezeichnet wurde. Dieses Modell gehört gleichzeitig zu den teuersten Sitzen. Wesentlich preiswerter und mit einer besseren Bewertung präsentierten sich hingegen Römer Kidfix XP und der Migo Saturn, die insgesamt mit vier Sternen bewertet wurden. [2]

 

Siegerprodukte im unteren Preissegment

  • Wenn Sie für den Autositz oder die Babyschalen nicht so viel Geld ausgeben möchten, können Sie Ihr Produkt auch aus dem niedrigen Preissegment wählen. Allerdings ist hier die Auswahl begrenzt.
  • Vor allem in puncto Sicherheit und Bedienung überzeugte die Babyschale Nania BeOne SP, die insgesamt vier von fünf Sternen erhielt und damit als "sehr empfehlenswert" eingestuft wurde. Hinsichtlich der Sicherheit gab es Punktabzüge für den Nania Racer SP und die beiden Fisher Price FP3000 und FP4000, die jedoch insgesamt noch zu den empfehlenswerten Kindersitzen gezählt werden können. Aus diesen Modellen können Sie sich also ebenfalls Ihren Favoriten suchen.
  • Andere Modelle konnten jedoch nicht überzeugen; der Nania Starter SP erreichte zwar durchschnittliche Werte bei den Kategorien Sicherheit und Bedienung, aber aufgrund des hohen Gehalts an Weichmachern (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) hat der Kindersitz den Test insgesamt nicht bestanden. Auch beim United-Kids Alpha Deluxe wiesen die Tester diesen Schadstoff in hoher Konzentration nach. Nicht zuletzt aufgrund mangelnder Sicherheit sind diverse Modelle komplett durchgefallen, die entweder den Frontal- oder aber den Seitenaufpralltest nicht bestanden haben; hierzu gehörten der Safety Paris SP, der Tiggo Bebehut sowie die drei Produkte von United-Kids, Alpha Deluxe, Kid Comfort, Kidstar wie auch der Tiggo Bebehut. Auch in der Kategorie Bedienung gab es hier Punktabzüge, weil sich die Gurtführungen teilweise sehr kompliziert präsentierten. [1]

Fazit der Testergebnisse

  1. Der Testbericht von TCS zeigte: Qualitativ hochwertige Kindersitze sind in jeder Preiskategorie zu finden, wenngleich die Auswahl an empfehlenswerten Modellen im Bereich des Niedrigpreissegments wesentlich geringer ist. Um einen qualitativ hochwertigen Kindersitz auf Anhieb zu erkennen, sollten Sie sich auch die ECE-Prüfnummer ansehen, die Sie auf dem Modell finden: Wenn die Nummer mit 03 beginnt, ist eine gute Qualität sichergestellt. [3] Bedenken Sie auch, dass immer wieder neue Testreihen durchgeführt werden, zum Beispiel von TCS, Kassensturz oder auch Ökotest; beziehen Sie stets die neuesten Ergebnisse in Ihre Wahl mit ein.
  2. Zusätzlich sollten Sie bedenken, dass die jeweiligen Testsieger nicht zwangsläufig auch das richtige Modell speziell für Ihre Bedürfnisse darstellen. Sie müssen sich immer die Frage stellen, ob der Sitz zu Ihrem Kind und zu den Gegebenheiten in Ihrem Pkw passt.
  3. Damit das gewählte Modell die grösstmögliche Sicherheit gewährleisten kann, ist ausserdem die richtige Handhabung wichtig; der korrekte Einbau sowie stets optimal gespannte Gurte gehören unbedingt dazu. Dazu ist es wichtig, dass die Gurte möglichst gut am Körper anliegen. Stellen Sie auch den Sitz auf die aktuelle Körpergrösse des Kindes ein. [5]

 

Für entgegen der Fahrtrichtung montierte Kinderrückhaltesysteme gilt, diese nie auf dem Beifahrersitz zu verwenden. Hier besteht Verletzungsgefahr durch einen aufgehenden Airbag. Bei Sitzen, die in Fahrtrichtung montiert sind, beachten Sie die Gebrauchsanleitung. [4]

 

Tipps für den Kauf von Kindersitzen

Beim Kauf eines Kindersitzes sollten Sie bedenken, dass einige Modelle für mehrere Gewichtsklassen verwendbar sind; solche sogenannten altersübergreifenden Sitze wachsen mit dem Kind mit. Wenn Sie nicht immer wieder einen neuen Sitz anschaffen möchten, sind solche Modelle eine gute Lösung. Allerdings sollten Sie bedenken, dass Kindersitze, die Sie für mehrere Gewichtsklassen verwenden können, meist mehr Schwächen in puncto Sicherheit aufweisen als Modelle, die nur für eine Gewichtsklasse zugelassen sind. Auch für ältere Kinder gilt übrigens, dass eine optimale Sicherheit am ehesten durch den Kindersitz gewährleistet ist. Deshalb sind diese Konstruktionen heute sogar bis 12 Jahre obligatorisch; schnallen Sie ein Schulkind lediglich auf der Rücksitzbank an, hält der Gurt den Nachwuchs zwar bei einem Aufprall zurück, jedoch können schwerwiegende Verletzungen im Halsbereich und am Bauch entstehen. Mit einem Kindersitz kann ein optimaler Schutz vor solchen Verletzungen gewährleistet werden. Es macht deshalb Sinn, sich nach der seit dem 1. April 2010 geltenden Regelung zu richten, nach der Kinder bis 12 Jahre oder bis zu einer Körpergrösse von 150 cm im Kindersitz oder Sitzerhöher mit Rückenlehne mitfahren müssen.

 

Häufig bieten Händler für bestimmte Fahrzeugmodelle auch Kindersitze als Sonderausstattung an; informieren Sie sich, ob diese Lösung auch für Ihren Pkw möglich ist und ob dabei das Fixiersystem  ISOFIX zum Einsatz kommt, eine Vorrichtung, die besonderen Komfort und eine hohe Sicherheit bietet.

 

Nicht zuletzt gilt: Sie sollten den Kindersitz unbedingt auch in Ihrem Auto ausprobieren. Nicht alle Modelle eignen sich für jedes Auto gleichermassen. Hier lohnt es sich im Zweifelsfall, mehrere Sitze auszuprobieren. Denken Sie daran: Nur wenn der gewählte Sitz optimal passt und an Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst ist, kann er die grösstmögliche Sicherheit gewährleisten.[4]

 

Quellen:

[1] http://www.tcs.ch/de/assets/testberichte/kindersitze/5139-tcs-kindersitztest-2014-ii.pdf

[2] http://www.tcs.ch/de/assets/testberichte/kindersitze/tcs-kindersitztest-i-resultate-2014.pdf

[3] Kammerer: Die ersten drei Lebensjahre. Ein Elternbegleutbuch

[4] http://www.swissmom.ch/shoppingtipps/fuer-unterwegs/unterwegs-mit-baby-und-kind/sicherheit-im-auto/kinderautositze-die-besten-vom-tcs-geprueft/

[5] http://reboard-kindersitze.ch/infos-zu-kindersitztests/

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