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Testberichte

Hilfe beim Kauf eines Laufrades - Testbericht

Viele Kinder wünschen sich ein Laufrad, mit dem sie sich selbstständig fortbewegen können. Die Wahl eines geeigneten Modells sollte dabei sehr sorgfältig erfolgen. Ergebnisse diverser Tests von Stiftung Warentest und Kassensturz können bei der Entscheidung für das richtige Laufrad eine grosse Hilfe sein.

Bereits seit Ende der 90er Jahre gehören Laufräder neben dem Dreirad zum klassischen "Fuhrpark" von Kleinkindern. Schon Kinder ab zweieinhalb Jahren sitzen gerne auf solchen Konstruktionen. Das Laufrad weist auch einen motorischen Nutzen auf: wenn die Kinder später auf ein Fahrrad umsteigen, wissen sie bereits, wie sie lenken und das Gleichgewicht halten müssen.

 

Allerdings halten nicht alle Modelle den alltäglichen Belastungen stand. Vergleichen Sie die unterschiedlichen Modelle von Thule, Kokua, Chariot, Kettler oder Puky vor dem Kauf deshalb  sorgfältig miteinander, um bereits eine Vorauswahl treffen zu können. Seriöse Berichte von Ökotest, Stiftung Warentest, Kassensturz oder TCS Testsieger bieten wertvolle Informationen - auf diese Weise erfahren Sie besonders schnell, welches Gefährt für den Nachwuchs am besten geeignet ist.

 

Testkriterien von Ökotest: Praxistauglichkeit und Schadstoffbelastung

  • Im Jahr 2013 prüfte Ökotest insgesamt neun verschiedene Laufräder hinsichtlich Praxistauglichkeit und Schadstoffbelastung. Im Rahmen der Praxisprüfung wurden verschiedene Fahrtests durchgeführt, zum Beispiel Fahr- und Crashtests; darüber hinaus wurde überprüft, wie sich das Gerät im Falle eines Sturzes verhält. In diesem Zusammenhang war auch der Materialtest (Stabilität des Gefährts) von Bedeutung.
  • Im Rahmen der Schadstoffbelastung testeten die Prüfer Sitze, Lenkpolster und Griffe auf toxische Inhaltsstoffe. Solche Substanzen sind zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder chlorierte Kunststoffe (PVC). Nach der EU-Spielzeugrichtlinie EN71 dürfen diese Substanzen von den Herstellern nur in geringen Mengen eingesetzt werden. Nicht zuletzt erfolgte auch ein Test auf Weichmacher, die überhaupt nicht enthalten sein dürfen. [1]

 

Ergebnisse der Ökotest-Untersuchung - Siegerprodukte und Verlierer

Fast die Hälfte der Laufräder können Sie mit gutem Gewissen kaufen. Wie die Untersuchung von Ökotest ergeben hat, hielten zahlreiche Modelle nicht nur der Alltagsbelastung stand, sondern verfügten auch über rutschfeste Griffe, verstellbare Sitze und einen niedrigen Rahmen. [1] Als einziges Modell erhielt das Puky Laufrad LR XL eine sehr gute Bewertung beim Praxistest; der niedrige Rahmen dieses Modells ermöglichte nicht nur ein besonders leichtes Ab- Und Aufsteigen, mit den sehr breiten Reifen war es dem Testkind auch problemlos möglich, auch auf unbefestigten Wegen zu fahren. Das zusätzliche Trittbrett, das an der Konstruktion montiert ist, ermöglichte dem Kind zudem die Nutzung des Gefährts als Roller. Wenn Sie sich also ein Modell wünschen, das eine vielseitige Anwendung erlaubt, sollten Sie das Puky-Rad in die engere Auswahl nehmen. Zwar konnte dieses Modell hinsichtlich der Inhaltsstoffe nur mässig überzeugen, da im Sattel sowohl chlorierte Kunststoffe als auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe zu finden waren, in der Gesamtbewertung gehörte Puky aber durchaus zu den besten Rädern. Gute Noten erhielten auch das Kettler SPIRIT AIR und der Kokua LIKEaBIKE Jumper. Während das Modell von Kettler vor allem aufgrund seiner Hinterrradfederung und der allgemein guten Praxistauglichkeit eine gute Bewertung erhielt, konnte der Jumper wegen seinem Trittbrett, dem leichten Auf- und Absteigen sowie dem niedrigen Rahmen punkten. [2] Nicht nur Ökotest stellte diese Räder als Siegerprodukte dar; auch Stiftung Warentest zählte die Modelle von Kettler und Kokua zu den Favoriten. Bei ihrem Test erhielten sowohl das Kettler SPEEDY 10 als auch das besonders haltbare und sichere Rad Kokua LIKEaBIKE Mountain gute Noten. Das Modell Puky überzeugte bei Stiftung Warentest besonders durch seine Wendigkeit. Preislich lassen sich teilweise grosse Unterschiede zwischen den Rädern feststellen. Ein klassisches Holzlaufrad kostet beispielsweise rund viermal soviel wie das leichte Metallmodell Speedy von Kettler. [3]

 

Die schlechteste Note innerhalb der Ökotest-Untersuchung erhielt das Laufrad Hudora One2Run, das den Alltagsbelastungen nicht standhielt. Nach dem Falltest war der Radschutz nicht mehr zu gebrauchen, beim Rollenprüfstand brach der Rahmen und auch die Bremse war nach dem Test nur noch bedingt einsatzfähig. Auch hinsichtlich der im Material enthaltenen Schadstoffe konnte das Modell nicht überzeugen; mehr als die gesetzlich erlaubten Höchstmengen an zinnorganischen und phosphororganischen Verbindungen sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wurden gefunden.

Beim Sicherheits- und Fahrtest fielen auch das Holz-Lernlaufrad Wirbelwind und das Pinolino Laufrad Jojo durch, da während des Falltests die Lenkergriffe abgebrochen waren und der Radschutz schnell beschädigt wurde. Beide Räder wiesen darüber hinaus hohe Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und phosphororganischen Verbindungen auf. [2] 

Um ein qualitativ hochwertiges Modell zu erwerben, sollten Sie beim Kauf von Laufrädern zusätzlich auf eine TÜV-Plakette achten. Ist diese vorhanden, erfüllt das Rad die europäische Norm EN 71 für Kinderspielzeug und andere Regelungen hinsichtlich von Grenzwerten, zum Beispiel für Schadstoffe. Die Plakette garantiert auch, dass das Rad sicherheitstechnische Anforderungen erfüllt. [4]

 

Tipps für den Kauf des passenden Laufrads

Bei der Wahl eines Laufrades spielt zunächst einmal die Grösse Ihres Kindes eine wichtige Rolle. Der Nachwuchs sollte auf dem Rad gut sitzen und mit beiden Füssen auf dem Boden stehen können. Anschliessend folgt die grundsätzliche Frage, ob es ein Modell aus Holz oder Metall sein soll. Bedenken Sie dabei: Holzräder sind meist wesentlich teurer als die Metallvariante und reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperaturunterschiede. Sie sollten deshalb stets im Haus gelagert werden. Beim Lenker des Rades ist darauf zu achten, dass ein Überlenken bei einem Sturz nicht möglich ist und die Griffe möglichst dick gepolstert sind. Auch ein ergonomischer Sattel ist sinnvoll, um die kindlichen Laufbewegungen zu unterstützen. Schliesslich spielt noch das Gesamtgewicht des Rades eine Rolle, es sollte nicht mehr als vier Kilogramm betragen. [5] Für den besonderen Spass lässt sich das Laufrad übrigens mit einem Anhänger erweitern.

 

Quellen:

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